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An der Kruisvaartkade in Utrecht arbeitet das Team von Siers an einem Projekt, das man durchaus als einzigartig bezeichnen kann. Mitten im geschäftigen und komplexen Herzen der Stadt, in unmittelbarer Nähe der Hausboote im Kanal, wird an der Erneuerung eines der ältesten Fernwärmenetze der Niederlande gearbeitet. Eine besondere Aufgabe mit einer langen Geschichte, kreativen technischen Lösungen und einer großen Portion Handwerkskunst. Teammanager Robbert de Visser berichtet, wie sich sein Team durch die zahlreichen Herausforderungen gearbeitet hat – auf dem Weg zum großen Moment: dem Einheben eines gigantischen Dükers.
Der Ursprung dieses Projekts reicht bis ins Jahr 1962 zurück, als das Fernwärmenetz in Utrecht noch in den Kinderschuhen steckte. Vorgeisolierte Leitungen gab es damals noch nicht, weshalb zwei blanke Stahlrohre in ein spezielles „Bonnarohr“ gelegt wurden – eine Rohrart, die ursprünglich aus dem Kanalbau stammt.
Dieses Bonnarohr mit den Wärmeleitungen wurde 1962 tief unter den Gleisen des Utrechter Hauptbahnhofs verlegt und auf ein eigens installiertes Schienensystem gesetzt. Diese clevere Konstruktion ermöglichte es, die Leitungen unter den Bahngleisen hindurchzuführen, ohne dass Temperaturschwankungen Schäden verursachten. Dank der Schienen konnten sich die Rohre frei bewegen sowie sicher ausdehnen und zusammenziehen – eine einfallsreiche Lösung, die ihrer Zeit weit voraus war. Nach mehr als sechzig Jahren war die Konstruktion jedoch erneuerungsbedürftig, was sich als komplexer herausstellte als erwartet: Bei einer Inspektion zeigte sich, dass die alten Schienen nicht mehr zuverlässig waren.
Projektleiter Bart Kip kannte ein Unternehmen, das bei dieser Herausforderung helfen konnte: In Zusammenarbeit mit Nieuwe Weme aus Oldenzaal wurden komplett neue Schienen entwickelt, gefertigt und eingebaut. So gelangte ein Stück ostniederländischer Ingenieurskunst ins Herz von Utrecht.
Auch der alte Düker unter der Kruisvaart – eine unter Wasser liegende Stahlrohrkonstruktion – musste ersetzt werden. Das bedeutete Arbeiten „im Nassen“: nicht in einer trockengelegten Baugrube, sondern direkt im Wasserlauf. Da Hausboote im Weg lagen, wurde für die Bewohner ein vollständig neuer, temporärer Liegeplatz inklusive Versorgungsanschlüssen eingerichtet. Anschließend legte ein Bagger unter Wasser den alten Düker frei, woraufhin Taucher ein Sägeband unter dem Rohr hindurchführten, sodass einzelne Teile herausgesägt werden konnten. Das war notwendig, da sich das Gewicht in der Praxis als höher erwies als ursprünglich berechnet. Mit zwei Teleskopkränen wurde der alte Düker schließlich sauber aus dem Wasser gehoben – durch den Subunternehmer Beens Groep.
Nach dem Entfernen des alten Rohrs wurde der Untergrund neu aufgebaut und für den neuen Düker vorbereitet. Das klingt einfacher, als es ist, denn auch ein neuer Düker verhält sich unter Wasser eigenwillig. Durch seine große PE-Ummantelung besitzt er erheblichen Auftrieb. Um zu verhindern, dass er aufschwimmt oder schief liegt, entwickelte Rotterdam Engineering ein spezielles Rahmengestell um den Düker. Darauf werden Betonplatten (Stelconplatten) gelegt, die nicht nur als Ballast dienen, sondern auch Schutz bei zukünftigen Baggerarbeiten bieten. Eine clevere Doppelfunktion – typisch für die Arbeitsweise des Siers-Teams, das technische Lösungen für Situationen entwickelt, in denen es keine Standardlösungen gibt.
Das eigentliche Einheben des neuen Dükers war ein Moment, in dem alles zusammenkam: Technik, Vorbereitung und Teamarbeit. Am Ufer versammelte sich eine große Gruppe von Zuschauern – Siers-Kollegen, Partner wie Nieuwe Weme und Beens Groep, der Auftraggeber Eneco, Anwohner und weitere Beteiligte – in einer speziell eingerichteten, PSA-freien Zone. Trotz der Kälte herrschte eine fast festliche Stimmung, mit Barista und Imbisswagen für die nötige Wärme. Während alle zusahen, stieg die Spannung spürbar an. Der gewaltige Düker wurde langsam angehoben, begleitet von ruhiger, präziser Kommunikation zwischen dem Kranführer und dem Team unter der Leitung von Bauleiter Willie Monster.
Als der massive Düker sich langsam in seine neue Position senkte, wurde jedes Detail genau überwacht. Ein Vermesser von Siers Infraconsult stand bereit, mit seinem Prisma am Düker befestigt, um die exakte Lage zu kontrollieren. Die Konstruktion wurde exakt in die vorgesehenen Koordinaten geführt – bis schließlich der entscheidende Moment kam: Der Düker lag perfekt.
Die Leitungen dieses Projekts sind Teil eines Wärmenetzes, das sowohl an eine HWC (Hilfswärmezentrale) als auch an eine WOS (Wärmeübergabestation) angeschlossen ist. In diesem Fall handelt es sich um eine WOS mit eigener Erzeugungsfunktion, eine Art „WOS-plus“. Normalerweise verteilt eine WOS lediglich Wärme aus externen Quellen, doch diese Anlage kann bei Ausfall der Versorgung selbst Wärme erzeugen. So bleibt die Versorgung der Kunden gewährleistet. Die Energie dafür stammt von der Keulsekade, also aus demselben System, das üblicherweise die gesamte Stadt versorgt. Eine intelligente Sicherheitslösung im Utrechter Wärmenetz, die dafür sorgt, dass alles weiterläuft, selbst wenn es an anderer Stelle Probleme gibt.
Der große Hebemoment war spannend, aber sorgfältig geplant und durchgerechnet. Das Gewicht wurde doppelt überprüft, Hebepläne erstellt und Risiken bewertet. Es bleibt zwar immer Handarbeit, doch das Team ging mit Zuversicht an die Aufgabe heran. Denn auch bei bester Vorbereitung bleiben etwa 10 bis 20 Prozent solcher Projekte unvorhersehbar – besonders in einer historischen Innenstadt. Genau das ist es, was das Team von Robbert de Visser antreibt: flexibel reagieren, sich anpassen und Lösungen finden. „Das begeistert uns“, sagt er selbst.
Nun, da der Düker an seinem Platz liegt, folgen weitere Anschlussarbeiten. Die neuen Leitungen müssen bis zum 1. April in Betrieb gehen, da an anderer Stelle in der Stadt eine andere Leitung vorübergehend außer Betrieb genommen wird. Ein straffer Zeitplan – doch das Team arbeitet mit voller Energie darauf hin. Dieses Projekt zeigt eindrucksvoll, worin Siers stark ist: Zusammenarbeit mit Partnern, das Nutzen unterschiedlicher Fachkompetenzen und der Bau zukunftsfähiger Infrastruktur – selbst an den anspruchsvollsten Standorten.
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